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Eva Pilot
 
Liebe Museums-Besucher,

herzlich willkommen im ersten und bislang einzigen Online-Museum Leipzigs! Hier erhalten Sie ebenso unterhaltsame wie informative Einblicke in die jüngere Geschichte Leipzigs. Denn die Exponate dieses Museums kommen von Ihnen, liebe Leipziger. Sie spiegeln unterschiedliche Bereiche des Alltagslebens wider und zeigen aus ganz individuellen Perspektiven die Entwicklungsgeschichte Ihrer Stadt seit 1900. So erhalten Sie auch Antworten auf die Frage: Was verbinden die Menschen mit ihrer Heimat?

Dieses Online-Museum ist kein fertiges Projekt, sondern eine lebende Institution, die täglich wachsen soll. Doch das kann nur gelingen, wenn Sie tatkräftig mithelfen. Ihre Bilder, Filme, Texte und Tondateien sind die Schätze, die den Besuchern dieses Museums neue Blickwinkel auf die Messestadt nahe bringen. Aus Ihren Erinnerungen entsteht ein einmaliges Panorama dieser tollen Stadt.

Daher meine Bitte:
Wenn Sie Bilder, Filme oder Tondateien über das Leipziger Alltagsleben besitzen, dann leihen Sie uns diese Dokumente bitte für einige Wochen. Machen Sie mit und werden Sie Museumsstifter!


Ich wünsche Ihnen viel Freude beim virtuellen Rundgang durch "Heimat Leipzig", dem Museum von Leipzigern für Leipziger.


Collin Scholz,
Geschäftsleitung
Pilot:Projekt GmbH

 
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Messestadt Leipzig

Um 800 n.Chr. erhielt eine kleine, aber strategisch wichtige sorbische Siedlung an der Parthe den Namen Lipsk ("Lindenort"). Nahe des Ortes kreuzten sich zwei der wichtigsten europäischen Handelswege: die Via Regia von Paris nach Nowgorod und die Via Imperii von Rom nach Bergen. Für Händler aus ganz Europa wurde Lipsk, ab 1015 "urbs Lipzi" genannt, zum Knotenpunkt für den Warenumschlag. Die Zeit um 1165 markiert den Beginn der Leipziger Messe: Der Meißner Markgraf Otto der Reiche verlieh der Stadt das Marktrecht. Umschlag und Handel der angebotenen Produkte organisierten die Leipziger jetzt auf ihren "Jahrmärkten", die später den Namen "Messen" erhielten. Schnell wuchs die Messestadt zu einer Handelsmetropole mit Beziehungen in das gesamte europäische Ausland heran. Die industrielle Serienproduktion drängte die Warenmesse, den direkten Warenumschlag, nach 1850 ins Abseits. So genannte "Musterreiter" (Handelsvertreter) begannen mit Musterkoffern direkt zu den Kunden reisen. Die Messestadt Leipzig reagierte mit der Erfindung der "Mustermesse" – heute die gängige Form jeder Messe. Die Leipziger Frühjahrsmesse 1895 gilt als erste Mustermesse der Welt. In der Stadt entstanden über 50 "Messepaläste" (Messehäuser), in denen Produzenten und Händler seither ihre Warenmuster zur Schau stellen.

"Leipziger Friedensmesse" nannten die Veranstalter die erste Messe nach dem 2. Weltkrieg. Sie öffnete ihre Tore am 8. Mai 1946. Die Aussteller kamen aus den vier Besatzungszonen und der Sowjetunion. In den darauf folgenden Jahren entwickelte sich die Leipziger Messe, die jährlich eine Universalmesse im Frühjahr und eine im Herbst veranstaltet, zu einem wichtigen Zentrum im Ost-West-Handel. Spätestens mit der Herbstmesse 1954, an der Aussteller aus 37 Staaten und Besucher aus 59 Staaten teilnahmen, hatte Leipzig seine Bedeutung als internationale Messestadt wieder erlangt. Der kommunistischen Regierung diente die Messe als Bühne zur Präsentation der industriellen Leistungsfähigkeit der DDR. Für die Leipziger Bürger war sie das einzige erlaubte Schaufenster in die kapitalistische Welt.

Leipziger Frühjahrsmesse 1965
Foto: Horst Galle

Leipziger Frühjahrsmesse 1965
Dichtes Gedränge an den Messeständen
Viele Messegäste beleben die Stadt
Ein Verkäufer zeigt den richtigen Schliff während der Leipziger Frühjahrsmesse 1965

Simson-Mopeds auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1965
Foto: Horst Galle

Die Firma Simson wurde 1856 von den Brüdern Löb und Moses Simson in der thüringischen Stadt Suhl gegründet. Sie stellte zunächst Jagd- und Militärwaffen her, später auch Fahrräder nach englischem Vorbild. 1912 kam mit dem Simson A der erste Kraftwagen auf den Markt. 1924 begann Simson mit der Serienproduktion von Luxus-Kraftwagen. Unter den Nazis verlor die jüdische Familie Simson, die in die USA fliehen konnte, ihren Besitz. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Werke als Rüstungsbetrieb eingestuft, weitgehend demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Das verbliebene Rumpfunternehmen stellte Jagdwaffen, Kinderwagen und Fahrrädern her. Später produzierte es unter dem Namen VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl auch Motorräder, Mopeds, Mokicks und Roller.

Simson-Mopeds auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1965
MZ-Motorräder auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1965
VEB Automobilwerk Eisenach auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1965

1. Industrieverband Fahrzeugbau (IFA)

Dies war ein Zusammenschluss von Firmen des DDR-Fahrzeugbaus, der sich 1948 als IFA Vereinigung Volkseigener Fahrzeugwerke in der sowjetisch besetzten Zone konstituierte. Auch mit der Zentralisierung der DDR-Wirtschaft in volkseigenen Betrieben (VEB), die später zu Kombinaten gebündelt wurden, blieb das Kürzel IFA als Markenzeichen für den Fahrzeugbau der DDR erhalten, zum Beispiel VEB IFA-Kombinat PKW (Karl-Marx-Stadt) oder VEB IFA-Kombinat Nutzfahrzeuge (Ludwigsfelde). Zum Verband gehörten Firmen, die sich in der DDR einen Namen machten: zum Beispiel das Motorrad- und Zweiradwerk (MZ) in Zschopau im Erzgebirge, das VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl in Thüringen, der "Trabbi"-Hersteller VEB Sachsenring in Zwickau und das Eisenacher Motorenwerk, das nach dem 2. Weltkrieg BMW-Motorräder unter dem Kürzel EMW weiterbaute und seit 1955 als VEB Automobilwerk Eisenach (AWE) auch den Wartburg produzierte.

2. MZ-Motorräder auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1965
Foto: Horst Galle

Am Anfang stand ein "Dampfkraftwagen", den der Däne Jörgen Skafte Rasmussen ab 1916 im Auftrag deutscher Militärs in seiner Fabrik in Zschopau (Sachsen) entwickelte. Nach Kriegsende fiel der Finanzier des Projekts weg und übrig blieb das als Markenzeichen geschützte Kürzel DKW. Kraftwagen wurden in Zschopau nie gebaut – wohl aber Motorräder. Die ersten waren ab 1921 die DKW-"Sesselmotorräder" Golem und Lomos. Ab 1951 durfte der Name DKW in der DDR nicht mehr verwendet werden. Das Kürzel MZ für "Motorrad- und Zweiradwerk" Zschopau löst den Traditionsnamen ab.

3. VEB Automobilwerk Eisenach auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1965
Foto: Horst Galle

1965 besuchte Fotograf Horst Galle auch den Stand des VEB Automobilwerk Eisenach, wo das neue Wartburg Coupé präsentiert wurde. Ab 1959 wurde im Karosseriewerk Dresden das mehrfach preisgekrönte erste Wartburg-Coupé gefertigt. Auf der Frühjahrsmesse wurde das Folgemodell präsentiert.


  
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