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Eva Pilot
 
Liebe Museums-Besucher,

herzlich willkommen im ersten und bislang einzigen Online-Museum Leipzigs! Hier erhalten Sie ebenso unterhaltsame wie informative Einblicke in die jüngere Geschichte Leipzigs. Denn die Exponate dieses Museums kommen von Ihnen, liebe Leipziger. Sie spiegeln unterschiedliche Bereiche des Alltagslebens wider und zeigen aus ganz individuellen Perspektiven die Entwicklungsgeschichte Ihrer Stadt seit 1900. So erhalten Sie auch Antworten auf die Frage: Was verbinden die Menschen mit ihrer Heimat?

Dieses Online-Museum ist kein fertiges Projekt, sondern eine lebende Institution, die täglich wachsen soll. Doch das kann nur gelingen, wenn Sie tatkräftig mithelfen. Ihre Bilder, Filme, Texte und Tondateien sind die Schätze, die den Besuchern dieses Museums neue Blickwinkel auf die Messestadt nahe bringen. Aus Ihren Erinnerungen entsteht ein einmaliges Panorama dieser tollen Stadt.

Daher meine Bitte:
Wenn Sie Bilder, Filme oder Tondateien über das Leipziger Alltagsleben besitzen, dann leihen Sie uns diese Dokumente bitte für einige Wochen. Machen Sie mit und werden Sie Museumsstifter!


Ich wünsche Ihnen viel Freude beim virtuellen Rundgang durch "Heimat Leipzig", dem Museum von Leipzigern für Leipziger.


Collin Scholz,
Geschäftsleitung
Pilot:Projekt GmbH

 
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Petershof

Der Petershof wurde von 1927 bis 1929 nach einem Entwurf des Leipziger Architekten Alfred Liebig als "Messehaus" erbaut.
In den Leipziger Messehäusern (auch "Messepalästen") fanden die "Mustermessen" statt, die um 1900 herum die bis dahin üblichen Warenmessen ablösten. Die Messen alten Stils funktionierten wie Kaufhäuser: Der Kunde suchte sich aus den ausgestellten Waren ein bestimmtes Stück aus. Mit dem unaufhaltsamen Wachstum des Messeplatzes Leipzig geriet dieses System des Direktverkaufs jedoch aus den Fugen. Die Leipziger erfanden daraufhin die Mustermesse, auf der Produzenten und Händler nur noch Warenmuster präsentierten. Nach der ersten offiziellen "Mustermesse" im Jahre 1895 entstanden an die 50 Messehäuser. Oft an den Stellen, an denen vorher die Handelshöfe, die Umschlagplätze der Warenmessen, gestanden hatten (das gilt allerdings nicht für den Petershof.) Daraus leitet sich der Begriff "Hof" ab. Die meisten Messehäuser waren auf bestimmte Warengruppen spezialisiert, der Petershof zum Beispiel auf Spielwaren und Musikinstrumente.

Der Petershof im Wiederaufbau
Foto: Pilot:Projekt

Der Petershof im Wiederaufbau
Der Petershof im Wiederaufbau
Der Petershof im Wiederaufbau
Der Petershof im Wiederaufbau
Der Petershof im Wiederaufbau
Der Petershof im Wiederaufbau
Der Petershof im Wiederaufbau

1. Eröffnung des Petershofs 1929: Das Leipziger Messelogo, das Doppel-M, ist aus dem Begriff "Mustermesse" abgeleitet.

2. Ansicht des Treppenhauses.

3. Charakteristisch für die Messehäuser war ein System aus "Guckkästen und Kojen", in denen die Warenmuster präsentiert wurden. Mit der Fassade des Petershofs wollte der Architekt das Kojensystem des Inneren widerspiegeln. Die sieben überlebensgroßen Skulpturen auf dem Fassadensims schuf der Bildhauer Johannes Konstantin Göldel. 1938 entfernten die Nazis alle Skulpturen, weil eine einen Leipziger Bankier jüdischen Glaubens darstellte. 1994 schuf der Bildhauer Markus Gläser aus Fotos und einer erhaltenen Skulptur Repliken, die 1995 am Gebäude angebracht wurden.

4. Eine strenge Formensprache kennzeichnet den Wiederaufbau des schwer beschädigten Petershofs nach dem Krieg. Wie überall im sowjetischen Einflussbereich orientierte man sich an der stalinistischen Architekturdoktrin der Sowjetunion, die sich Mitte der dreißiger Jahre unter der Bezeichnung "Sozialistischer Realismus" etabliert hatte. Dieser traditionalistische Baustil übernahm die Prinzipien des klassischen Städtebaus und orientierte sich auch formal am Repertoire des Klassizismus. Die Formensprache sollte eine Gegenposition zur "kosmopolitischen" Moderne des Westens bilden, die als Kennzeichen des Imperialismus und Ausdruck von Dekadenz galt.

5. Das Messehaus Petershof an der Petersstraße entstand an einem Ort mit besonderer historischer Bedeutung. Die Petersstraße ist eine der ältesten Straßen Leipzigs. Sie war Teil der mittelalterlichen Nord-Süd-Handelsfernstraße Via Imperii, die Italien und Ostsee verband und die am heutigen Brühl die ebenso wichtige Ost-West-Fernstraße, die Via Regia vom Rhein nach Russland, kreuzte.

6. Das Capitol während der Erstaufführung der Literatur-Verfilmung: "Es blinkt ein einsam Segel" im September 1947. Die revolutionären Ereignisse des Jahres 1905 aus der Sicht zweier Jungen aus Odessa. Als es zu Streik und Barrikadenkämpfen kommt, schließen sich die beiden den Arbeiterverbänden an. Abenteuerlich-poetische Geschichte, die die Werte von Aufrichtigkeit und Selbstaufopferung idealisiert. (Westdeutscher TV-Titel: "Weiß blinkt ein einsam Segel")

7. Eine strenge Formensprache kennzeichnet den Wiederaufbau des schwer beschädigten Petershofs nach dem Krieg. Wie überall im sowjetischen Einflussbereich orientierte man sich an der stalinistischen Architekturdoktrin der Sowjetunion, die sich Mitte der dreißiger Jahre unter der Bezeichnung "Sozialistischer Realismus" etabliert hatte. Dieser traditionalistische Baustil übernahm die Prinzipien des klassischen Städtebaus und orientierte sich auch formal am Repertoire des Klassizismus. Die Formensprache sollte eine Gegenposition zur "kosmopolitischen" Moderne des Westens bilden, die als Kennzeichen des Imperialismus und Ausdruck von Dekadenz galt.

Eine Statue am Petershof
Foto: Pilot:Projekt

Eine Statue am Petershof
Eine Statue am Petershof
Eine Statue am Petershof
Eine Statue am Petershof
Eine Statue am Petershof
Eine Statue am Petershof
Eine Statue am Petershof

1. Allegorie für Architektur: Alfred Liebig, *1878, † 1952, Leipziger Architekt, der unter anderem den Petershof entwarf.

2. Allegorie für Messen: Direktor Dr. Raimund Köhler, *1878, † unbekannt, Vorstand des Messeamts, Herausgeber des Blattes für Post und Telegraphie. In seinen Händen das Leipziger Messesymbol, das Doppel-M, das sich aus dem Wort "Mustermesse" ableitet.

3. Allegorie für Schauspiel: Dr. Karl Wilhelm August Rothe, *1865 in Leipzig; † 1953 in Leipzig. Der Jurist Rothe war Bankier und Kommunalpolitiker. Von 1896 bis 1901 war er Direktor der Leipziger Hypothekenbank. 1899 wurde er Stadtverordneter. Vom 1918 bis 1930 bekleidete er das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Leipzig. Nach 1945 war er Abgeordneter der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD).

4. Allegorie für Handel: Hans Kroch, *1887 in Leipzig, † 1970 in Jerusalem (Mitfinanzier des Petershofs). Kroch trat 1922 in die von seinem Vater gegründete Privatbank Kroch jr. KG a. A. ein. 1923 war er Gründungs- und Aufsichtsratsmitglied der Leipziger Messe- und Ausstellungs-AG. Er finanzierte den Bau einer Wohnanlage des frühen sozialen Wohnungsbaus in Leipzig-Gohlis ("Krochsiedlung"). Im Zuge der "Arisierung" wurde Kroch 1938 verhaftet. Ihm gelang zusammen mit seinen Kindern die Flucht; seine Ehefrau wurde 1942 im KZ Ravensbrück ermordet.

5. Allegorie für Kunstgewerbe: Kommerzialrat Geissler; weitere Informationen sind verloren gegangen.

6. Allegorie für Musik: Baurat Direktor Fraustadt; weitere Informationen sind verloren gegangen.

7. Allegorie für Industrie: Dr.-Ing. Edgar Hoffmann, Vorstandsmitglied der Leipziger Messe- und Ausstellungs AG.

Der Petershof mit dem ehemaligen Lichtspielhaus Capitol um 1997

Der Petershof mit dem ehemaligen Lichtspielhaus Capitol um 1997
Foto: Eva Pilot

Richtfest zur Neueröffnung vom Petershof 15. April 2005
Fotos: Pilot:Projekt

1. Richtfest zur Neueröffnung des Petershofs 2005. Hinter der historischen und denkmalgerecht sanierten Fassade entstand ein moderner Neubau aus drei Etagen Einzelhandelsflächen mit zwei individuellen Bürohäusern und einem Wohnhaus oberhalb der Ladenflächen. Das Gebäudeensemble verfügt über eine Gesamtfläche von ca. 13.000 m2

2. Richtfest zur Neueröffnung des Petershofs 2005. Auf dem Grundstück an der Petersstraße befand sich seit dem 16. Jahrhundert der Gasthof "Haus zum Engel", später "Zum blauen Engel", in dem Persönlichkeiten wie Schiller oder Jean Paul übernachteten. In den Jahren 1868/69 wurde auf dem Grundstück ein Hotel gebaut, das bis 1915 unter dem Namen "Hotel de Russie" firmierte. Danach trug das Gebäude den Namen "Reichskanzler". Zusammen mit anderen Gebäuden wurde der "Reichskanzler" 1927 abgerissen, um dem Petershof Platz zu machen.

3. Informationsveranstaltung der Firma Strabag zum Richtfest unter dem Motto: Der neue Petershof – Arbeiten Wohnen Einkaufen.

Richtfest zur Neueröffnung vom Petershof 15. April 2005
Richtfest zur Neueröffnung vom Petershof 15. April 2005
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Richtfest zur Neueröffnung vom Petershof 15. April 2005

  
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