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Eva Pilot
 
Liebe Museums-Besucher,

herzlich willkommen im ersten und bislang einzigen Online-Museum Leipzigs! Hier erhalten Sie ebenso unterhaltsame wie informative Einblicke in die jüngere Geschichte Leipzigs. Denn die Exponate dieses Museums kommen von Ihnen, liebe Leipziger. Sie spiegeln unterschiedliche Bereiche des Alltagslebens wider und zeigen aus ganz individuellen Perspektiven die Entwicklungsgeschichte Ihrer Stadt seit 1900. So erhalten Sie auch Antworten auf die Frage: Was verbinden die Menschen mit ihrer Heimat?

Dieses Online-Museum ist kein fertiges Projekt, sondern eine lebende Institution, die täglich wachsen soll. Doch das kann nur gelingen, wenn Sie tatkräftig mithelfen. Ihre Bilder, Filme, Texte und Tondateien sind die Schätze, die den Besuchern dieses Museums neue Blickwinkel auf die Messestadt nahe bringen. Aus Ihren Erinnerungen entsteht ein einmaliges Panorama dieser tollen Stadt.

Daher meine Bitte:
Wenn Sie Bilder, Filme oder Tondateien über das Leipziger Alltagsleben besitzen, dann leihen Sie uns diese Dokumente bitte für einige Wochen. Machen Sie mit und werden Sie Museumsstifter!


Ich wünsche Ihnen viel Freude beim virtuellen Rundgang durch "Heimat Leipzig", dem Museum von Leipzigern für Leipziger.


Collin Scholz,
Geschäftsleitung
Pilot:Projekt GmbH

 
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Johannes Riedel: "Alle Kinder standen mäuschenstill"
Genau in jenem Moment, da die Sprengung vollzogen wurde, ließ der Unterstufenlehrer seine Klasse 4b aufstehen und hielt eine kurze, aber bewegende Ansprache. Nachstehend der Wortlaut des Briefes, den Herr Riedel an das Online-Museum sandte:

Für das geplante "Online-Museum" der Stadt Leipzig

Ein Erlebnis aus der DDR-Zeit in Leipzig halte ich für wert, aufbewahrt zu werden:
Als am 30. Mai 1968 (Himmelfahrt) die Universitätskirche gesprengt wurde, hatte ich als Lehrer in der 18. Polytechnischen Oberschule (POS) in der Brandiser Straße zur gleichen Zeit Unterricht in "Heimatkunde" in der Klasse 4b.

Bis heute konnte und durfte ich nicht darüber sprechen. Heute aber wage ich es auf Grund Ihrer Aufforderung, das Erlebnis öffentlich bekannt zu machen:
Zum genauen Zeitpunkt der Sprengung, den ich durch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) vom 30.5.1968 erfahren hatte, unterbrach ich den Unterricht, ließ die ganze Klasse aufstehen und erklärte feierlich: "Jetzt, im Augenblick genau, geschieht auf dem Karl-Marx-Platz die Sprengung der Universitätskirche. Wir gedenken ihrer und ihres Verlustes in tiefer Trauer, und ich bitte euch alle, sie in guter Erinnerung zu behalten, denn sie war ein Stück unserer Stadt Leipzig und wurde im Kriege nicht zerstört."

Alle Kinder der Klasse 4b standen eine volle Minute in absoluter Ruhe und Disziplin mäuschenstill und ohne sich zu bewegen.
Danach ging der Unterricht weiter. Über das Ereignis wurde künftig kein Wort mehr gesprochen, Darin war sich die Klasse völlig einig. Es gab keinen, der widersprochen hätte. Dies bezeuge ich hiermit.


Johannes Riedel
Unterstufenlehrer an der 18. POS
von 1951 bis 1985

Die Paulinerkirche im Jahr 1965

Die Paulinerkirche im Jahr 1965
Quelle: Altenpflegeheim "Sonnenschein"

Gedenkminute während der Kirchensprengung: "Alle Kinder standen mäuschenstill"
Brief von Herrn Johannes Riedel, Altenheim Johanniterhaus


  
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