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Eva Pilot
 
Liebe Museums-Besucher,

herzlich willkommen im ersten und bislang einzigen Online-Museum Leipzigs! Hier erhalten Sie ebenso unterhaltsame wie informative Einblicke in die jüngere Geschichte Leipzigs. Denn die Exponate dieses Museums kommen von Ihnen, liebe Leipziger. Sie spiegeln unterschiedliche Bereiche des Alltagslebens wider und zeigen aus ganz individuellen Perspektiven die Entwicklungsgeschichte Ihrer Stadt seit 1900. So erhalten Sie auch Antworten auf die Frage: Was verbinden die Menschen mit ihrer Heimat?

Dieses Online-Museum ist kein fertiges Projekt, sondern eine lebende Institution, die täglich wachsen soll. Doch das kann nur gelingen, wenn Sie tatkräftig mithelfen. Ihre Bilder, Filme, Texte und Tondateien sind die Schätze, die den Besuchern dieses Museums neue Blickwinkel auf die Messestadt nahe bringen. Aus Ihren Erinnerungen entsteht ein einmaliges Panorama dieser tollen Stadt.

Daher meine Bitte:
Wenn Sie Bilder, Filme oder Tondateien über das Leipziger Alltagsleben besitzen, dann leihen Sie uns diese Dokumente bitte für einige Wochen. Machen Sie mit und werden Sie Museumsstifter!


Ich wünsche Ihnen viel Freude beim virtuellen Rundgang durch "Heimat Leipzig", dem Museum von Leipzigern für Leipziger.


Collin Scholz,
Geschäftsleitung
Pilot:Projekt GmbH

 
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Das Gewandhausorchester

 

„Im Gewandhaus wurden schon vor 1943 Konzerte für Schüler durchgeführt. So lernten wir das Gewandhaus kennen und es blieb für uns nicht nur eine Institution bzw. ein Gebäude“, erinnert sich Sr. Ruth Lehmann. Sie sandte eine alte Ansicht des 1944 zerstörten Gewandhauses – gut zu erkennen der Leitspruch über dem Eingangsportal - sowie eine Karte vom Augustusplatz vor 1943 mit Kaffee-Felsche. An diesem Platz, der zwischenzeitlich Karl-Marx-Platz hieß, wurde Ende der 70er Jahre das Neue – das dritte – Gewandhaus gebaut, der erste und einzige reine Konzertneubau in der DDR. Grund genug, die wechselvolle Geschichte des Hauses und des Orchesters nachzuvollziehen.
 

Als am 8. Oktober 1981 das Neue Gewandhaus am Karl-Marx-Platz in Leipzig mit Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie und den Gesängen an die Sonne des Leipziger Komponisten Siegfried Thiele eröffnet wurde, endete ein fast vier Jahrzehnte dauerndes Provisorium. Das Gewandhausorchester – Aushängeschild der Musikstadt Leipzig – erhielt nach 37 Jahren wieder eine eigene Spielstätte. Dirigent Kurt Masur hatte den Bau des neuen Konzerthauses bei SED-Chef Erich Honnecker durchgesetzt.

Erste Konzerte im Gasthaus

Die Ursprünge des renommierten Orchesters liegen im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1743 gründeten 16 Leipziger Kaufleute einen Konzertverein und finanzierten 16 Musiker, die unter dem Namen „Das große Concert“ auftraten. Das erste Konzert fand am 11. März 1743 statt; ab 1744 spielte das Orchester dann im Gasthaus „Drey Schwanen“ am Brühl. Musik begeisterte Bürger konnten ein Anrecht auf einen Stammplatz bei den Konzerten erwerben – und vererbten diesen oft an die nächste Generation weiter.

Das Alte Gewandhaus

Dem Umzug in das Messehaus der Tuchmacher und Wollwarenhändler im Jahr 1781 verdankt das Orchester seinen Namen und den Leitspruch: Res severa est verum GAUDIUM“ – Wahre Freude ist eine ernste Sache. Dieser Spruch Senecas stand auf der Stirnseite des repräsentativen Konzertsaals, den die Stadtväter im zweiten Stockwerk des so genannteN Gewandhauses ausbauen ließen. Noch heute erinnert im Städtischen Kaufhaus in der Altstadt eine Tafel daran, dass an dieser Stelle einst das berühmte Orchester konzertierte.

Nach mehreren Umbauten fanden in dem Konzertsaal immerhin 1.000 Zuhörer Platz – und erlebten dort u. a. Uraufführungen von Beethovens Tripelkonzert, von Bruckners 7. Sinfonie oder der Schottischen Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der leitete das Orchester seit 1835 – und machte es in ganz Europa berühmt.

Im September 1840 erklärte der Rat der Stadt Leipzig das Gewandhausorchester zum Stadtorchester und übertrug ihm die Aufgaben, die seit dem 15. Jahrhundert fest angestellte Stadtpfeifer wahrgenommen hatten: die musikalische Gestaltung festlicher Anlässe im Rathaus und der Gottesdienste in den Kirchen St. Thomas und St. Nikolai.

Das Neue Concerthaus

Unterstützt durch private Spender baute die Stadt „ihrem“ Orchester Anfang der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts  ein eigenes Konzerthaus im Musikviertel. Im großen Konzertsaal mit 1.500 Plätzen und im Kammermusiksaal für 500 Zuhörer standen Kapellmeister wie Karl Reinecke, Wilhelm Furtwängler und Hermann Abendroth am Dirigentenpult.

Der nach Plänen von Martin Gropius im spätklassizistischen Stil errichtete Konzertbau war wegen seiner Akustik legendär; „ein akustisches Gefäß von offenbar durch Glück und Genie gefundenen besten Maßen“, schwärmten zeitgenössische Kritiker. In Boston diente das Gewandhaus gar als Vorbild beim Bau der Symphony Hall.

Bei einem Bombenangriff im Februar 1944 wurde das zweite Gewandhaus schwer beschädigt und brannte aus. Ende 1947 befreiten die Leipziger die Ruine unter der Leitung des damaligen Oberbürgermeisters Erich Zeigner vom Schutt und sicherten sie. Doch in den folgenden Jahrzehnten verfiel das Traditionsgebäude mehr und mehr. Die Gewandhausmusiker traten zunächst im Capitol, dem größten Kino Leipzigs, auf, später dann in der Leipziger Kongresshalle am Zoo.

Schließlich endete am 29. März 1968, von der Öffentlichkeit in Leipzig weitgehend unbeachtet, ein Stück Musikgeschichte: Die Heimat des renommierten Gewandhausorchesters wurde gesprengt.

Das Neue Gewandhaus

Schon Ende der 60er Jahre forderte Kurt Masur einen angemessenen Spielort für sein Orchester; ein Jahrzehnt später hatte er Erfolg: Nicht im Musikviertel, sondern am Karl-Marx-Platz, dem früheren Augustusplatz, gegenüber dem Leipziger Opernhaus entstand das Neue Gewandhaus nach Plänen Rudolf Skodas. Der Architekt arbeitete bei der Planung eng mit Kurt Masur zusammen und begleitete das Orchester in die besten Konzerthäuser der Welt. So genügt das Neue Gewandhaus höchsten akustischen Ansprüchen und steht seinem Vorgänger darin nicht nach.

Wie in einem Amphitheater sind die Plätze im großen Konzertsaal angeordnet; 1.900 Zuschauer haben hier Platz. Die Schuke-Orgel an der Stirnseite ist mit vier Manualen, 89 Pfeifen- und drei Glockenspiel-Registern mit insgesamt 6638 Pfeifen die größte Orgel, die je in der DDR gebaut wurde. Die kleinste Pfeife ist gerade 6 mm lang, die größte mehr als 7 m.

Der Mendelssohn-Saal mit knapp 500 Plätzen wird nicht nur für Konzerte, sondern auch für Tagungen, Kongresse und andere Veranstaltungen genutzt. Blickfang im Foyer ist das Deckenbild „Gesang vom Leben“ des Leipziger Künstlers Sighard Gille – die größte zeitgenössische Deckenmalerei Europas.


  
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